iRule the World
Als Google im Dezember letzten Jahres verkündete, sich aus China zurückzuziehen, als Reaktion auf den Hackerangriff auf ihre Server und als Zeichen gegen die Internetzensur der chinesischen Politik, wurde abermals klar, welche Machtstellung der Konzern inzwischen auch auf politischer Ebene genießt. Auch wenn die Drohung etwas übertrieben und wohl kaum als durchsetzbare Konsequenz gemeint war, da sich Google damit einen der größten Internetmärkte entziehen und einer riesigen Zielgruppe den Rücken kehren würde, so zeigt sich doch der Einfluss und die Macht Druck auf eine Regierung ausüben zu können darin, dass die Drohung bis zu ihrem Ziel vorgedrungen ist. Schließlich tritt die kommunistische, chinesische Regierung durch die starken Zensurmaßnahmen auf den Rechten ihrer Bürger herum und muss langsam aufpassen, das Fass nicht zum Überlaufen zu bringen.
Mit der neusten Meldung aus dem Hause Google wird klar, dass Google seine Macht auch gegenüber anderer Konzerne, sowie der ganzen Nutzerschaft ausspielt:
Nutzer des Internet Explorer 6 werden von Diensten wie der Online-Textverarbeitung Google Docs sowie dem Webseiten-Baukasten Google Sites ausgeschlossen. In dem offiziellen Unternehmens-Weblog kündigte der für die Google Apps zuständige Produktmanager Rajen Sheth an, dass Google den alten Microsoft-Browser nicht mehr unterstützen wird. Lediglich moderne Browser wie Internet Explorer 8, Mozilla Firefox 3, Apple Safari 3 und Google Chrome 4 würden mit den modernen Internet-Applikationen funktionieren.
Damit legt Google den Grundstein für moderne Webapplikationen und macht Schluss mit der Nerv tötenden Anpassung und Optimierung für ältere Browser. Auch PNG24-Transparenzen werden somit zu einem Standard im Webdesign erhoben. Jeder Webdesigner kann sich nun mit dem Satz „Selbst Google macht es so“ auf sein Recht berufen, Cross-Browser-Optimierung für IE 6 und ähnliche veraltete Browsermodelle nicht mehr anzubieten.
Freuen werden sich viele, doch gleichzeitig bleibt auch immer die Frage, in welchen Händen es liegt, zu bestimmen, was Zukunft ist und was nicht. Was hier noch einleuchtend ist, vor allem da jeder Nutzer leicht die Möglichkeit hat, seinen Browser auf die neuste Version upzudaten, erscheint bei der neusten Ankündigung des Apple-Konzerns schon fragwürdiger:
Während einer Betriebsversammlung gab Apple CEO Steve Jobs den Kurs für das Jahr 2010 an und beantwortete einige Fragen der anwesenden Mitarbeiter. Unter anderem stand natürlich die Frage im Raum, wieso das iPad kein Flash unterstützt. Jobs sagte, dass Flash zu fehlerbehaftet für den problemlosen Einsatz sei. Bald, so seine Prognose, gibt es ohnehin kein Flash mehr, da die Welt HTML5 nutzen wird.
Quelle: http://www.apfeltalk.de/forum/content/181-mit-meetings.html
Zur Argumentation dieses Statements würden manche sagen, dass es nur gut sei, dass ein so einflussreicher Konzert wie Apple es heute ist, radikale Wege gegen das Adobe Produkt beschreitet, welches weder suchmaschinenfreundlich ist, noch sonstige moderne Webstandards berücksichtigt. Jedoch ist es auf der anderen Seite ein sehr verbreitetes Tool, was sich auf bis zu 70% aller heutigen Websites befindet. Diese werden dem iPhone- und iPad-Nutzer in Zukunft verwehrt bleiben.
Desweiteren sollte man fragen, ob Apple oder Google wirklich bestimmen sollten, was in Zukunft gut oder schlecht für uns ist. Wollen wir diesen Konzernen ernsthaft diese Macht in Hände legen oder haben Sie die Macht schon? Und was passiert, wenn das Schicksal des Worldwidewebs nur noch in der Hand von Google, Apple, Adobe und Microsoft liegt? Können wir uns blind diesen Mächten hingeben, welche schon heute die Politik beeinflussen und uns durch ihre globalen Vernetzungen und scheinbar unendlichen Möglichkeiten ihre Produkte aufzwängen?
Was hier entsteht ist eine Monopolstellung, die sich nur noch zwischen diesen vier Giganten entscheiden muss.
Ist es nicht schon immer so das Mac und Flash nicht gerade mögen.
Soweit ich weiß waren Ipod und Iphone bisher einfach zu schwach und das darstellen von Video, spielen usw. funktioniert nur durch das ansprechen des Grafikchips, da dieser im vergleich zum Prozessor eher Leistungsstark ist.
http://www.benm.at/2009/02/16/mobile-world-congress-bringt-adobe-flash-furs-iphone/
Ist schon älter, jedoch denke ich Adobe würde sich über mehr Zusammenarbeit mit Apple freuen und zu gerne, und wohl auch problemlos, ihr Flash dem Iphone, Ipod, pIad, anpassen. Einfach da es einen großen Markt darstellt.
Ich sehe den Grund eher beim Appstore und Itunes, wenn ich mir meinen Lieblings-TV-Serie einfach im Web ansehen kann, kaufe ich sie mir nicht im Applestore und gerade dies machen sicher viele Leute, da jedes dieser Geräte Mobile-Entertainment bietet und uns eben beispielsweise eine Bahnfahrt durchaus verschönert.
Naja, dass sich Mac und Flash nicht mögen ist jetzt nicht unbedingt argumentativ. Das Problem liegt eher an der Möglichkeiten von Flash/AS. Da man mit Hilfe dieses Produkts, vor allem ab AS 3, komplexe Programme erstellen kann, welche Plattform unabhängig sind, hat Apple wohl eher Angst, dass wie du meinst, der Appstore natürlich ausgehebelt wird, weil man das Ganze dann einfach in Flash programmiert und nicht mehr mit dem Apple SDK.
Wieder mal geht es hier vor allem um den Profit. Apple würde einiges an Macht und Geld verlieren, würde das Adobe Produkt auf ihren Geräten laufen.
Hinzukommt natürlich, dass Flash zu leistungsintensiv für diese Geräte ist – aber die Entwicklung eines angepassten Flashtools wäre ja, wie im letzten Kommentar geschrieben, wohl auch möglich.