Meine Maschine versteht mich.

Posted on Juli 23 2010 by Julius

Wie bringe ich einer Maschine bei, mich zu verstehen? Seit es Menschen und Maschinen gibt, ist die Frage nach der künstlichen Intelligenz präsent. Märchenfiguren wie Pinocchio, Legenden wie Frankenstein und Science-Fiction-Bücher wie Star Wars sind nur ein kleiner Teil unserer geschaffenen Werke zu diesem Thema. Doch bis heute gibt es keine Maschine, die eine künstliche Intelligenz, welche auch nur annähernd vergleichbar ist mit der menschlichen, generieren könnte.

„Zwar stellt die künstliche Intelligenz nach wie vor ein spannendes Forschungsfeld dar, die bisher erreichten Resultate lassen jedoch eine webweite zuverlässige Anwendung als sehr fragwürdig erscheinen – zumindest in näherer Zukunft.“.[1]

Trotzdem muss eine Maschine verstehen, was wir von ihr wollen, sonst wäre sie nur unnütz und könnte uns Menschen weder ergänzen – noch unser Leben erleichtern. [2]

Doch wie versteht uns eine Maschine? Das möchte ich im ersten Teil meiner Hausarbeit, angewendet auf die Webprogrammierung, erläutern. Ich werde ein Verständnis für semantisches Markup und dessen Bedeutung schaffen und die Vorteile anführen.

Mit dem Wissen, was die Rolle von Semantik bei der Interaktion von Mensch und Maschine bedeutet, werde ich auf die Interaktion selbst eingehen und aufzeigen, wie eine Maschine verstehen kann, was wir ihr sagen und wie sie uns dadurch die gewünschten Ergebnisse liefert.

Sehen und Verstehen

Jede Sprache hat ihre Grammatik, ihre Regeln und Ordnungen, nach welchen sie aufgebaut wird, so dass alle, die sie sprechen, sich darauf verlassen können, dass sie einander verstehen. Teil der Grammatik ist auch die Satzlehre, die sog. Syntax.[3]

Die Syntax

Die Syntax bestimmt die Anordnung und Reihenfolge von Zeichen in einem Wort bzw. Satz oder besser die Theorie davon. So ist die Syntax der Schlüssel zum Textinhalt. Durch sie kann man einen Text lesen und verstehen. Nehmen wir das Beispiel:

Dre Amstm iewt. Pafel ovm flltä hcint

Diesen Satz kann keiner lesen oder so auch nicht verstehen. Ordnet man den Satz jedoch neu, so dass jedes Zeichen und Wort an der richtigen Stelle steht, ergibt der Satz folgenden Sinn:

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Jetzt, da man den Text lesen kann, kann man ihn auch verstehen: Ein Apfel, der an einem Baum hing, fällt durch irgendwelche Umstände vom Baum und landet aufgrund der Gravitation nicht weit vom Apfelbaumstamm auf dem Boden.

Doch dieses Verstehen können wir nur bilden, weil wir Erfahrungen mit Gravitation haben, weil wir wissen, was ein Baum oder ein Apfel ist und dass Äpfel an Bäumen wachsen.

Eine Maschine kann diesen Kontext nicht herstellen. Sie hat keine Erfahrungen gemacht, kein Leben gelebt. Sie reagiert nur auf direkte Anweisungen, die man ihr gibt und das wird auch noch lange so bleiben, bis irgendwann vielleicht einmal so etwas wie künstliche Intelligenz wirklich existiert.[4]

Doch kommen wir zurück zu unserem Beispiel. Der Satz „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ hat nämlich noch eine ganz andere, tiefere Bedeutung. Diese Ebene nennt man Semantik. Sie geht über das reine Verstehen hinaus und entsteht durch Assoziation.

Semantik

Laut Charles W. Morris, einem US-amerikanischen Semiotiker und Philosoph, sind sowohl Syntax, als auch Semantik und Pragmatik Teil der Semiotik. Während die Syntax die Struktur eines Wort- und Satzgebildes definiert, gibt die Semantik dem Wort oder Satz eine Bedeutung, die von der Pragmatik verstanden bzw. interpretiert werden kann.[5]

Wenn wir nun den Satz „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ nach seiner Semantik analysieren und interpretieren, bekommt er plötzlich eine ganz andere Bedeutung: Er ist ein Sprichwort, demnach „Kinder nach ihren Eltern kommen“ bzw. beschreibt er „Kinder, die Eigenschaften ihrer Eltern annehmen und übernehmen.“

Dieser assoziative Kontext kann nur von einem Mensch hergestellt werden. Eine Maschine könnte aufgrund der damit verbundenen kognitiven Leistung diesen Satz nicht entschlüsseln und eine tiefere Bedeutung wie diese herauslesen. Sie kann allein Befehle vom Menschen empfangen, welche in der Maschinensprache, dem Code geschrieben wird.

Damit die Maschine ein Verständnis für die Bedeutung oder zumindest die Wichtigkeit von Text bzw. einer Textpassage bekommt, hat auch der Code eine Semantik.

Semantik im Code

In dem wir bspw. einen Text in Microsoft Office Word schreiben und ihn mit Überschriften und Absätzen gliedern, generieren wir für uns und die Maschine Bedeutung. Das gleiche passiert mit Wörtern und Sätzen die fett oder kursiv geschrieben sind. Sie sagen uns, dass diese Wörter oder Sätze im Gegensatz zum unformatierten Fließtext eine besondere Bedeutung haben oder wichtig sind.[6]

Während in Word solche Attribute mit einem für uns nicht sichtbaren Code hinterlegt werden, können wir diese Deklarationen in der Maschinensprache HTML deutlicher erkennen. Hier wird eine Überschrift, fetter oder kursiver Text mit einem Code-Tag umschlossen.

<h1>Inhalt</h1>: das H-Tag sagt dem Computer, dass sich der im Tag befindliche Text eine Headline, also eine Überschrift ist. Es fängt bei der größten Überschrift mit „h1“ an und wird dann kleiner, sprich „h2“, „h3“, „h4“ … und so weiter. [7]<strong>Inhalt</strong> deklariert den Inhalt als fettgeschriebenen Text und <em>Inhalt</em> deklariert den Inhalt als kursiv. So weiß die Maschine, wie sie den Text darstellen muss und dass er wichtig ist.[8]

Zur Sprache HTML, welche einen Text strukturell darstellt, gehört auch die Präsentationssprache CSS (Cascading Style Sheet) Anders als HTML generiert sie keine Semantik für den Computer, sondern dient einzigallein als Gestaltungsmittel der optischen Ausgestaltung des Textes.[9]

Bei einem Text, der mit CSS formatiert ist, könnte man den gleichen Effekt, den HTML-Tags wie H, Strong oder Em erzeugen genauso einfach mit CSS lösen und fast komplett auf HTML-Tags verzichten. Für den Betrachter und Leser eines Textes macht es keinen Unterschied, ob für die Fettschrift ein HTML-Tag oder ein CSS-Style verantwortlich ist. Fett ist fett.[10]

Doch für die Maschine macht es einen riesigen Unterschied. Sie kann nicht unterscheiden was in einem solchen Text wichtig ist und was nicht, denn sie kann und darf nicht aus der optischen Präsentation daraus schließen, wie wichtig bestimmte Inhalte sind, denn Gestalter und Designer halten sich oft nicht daran, nur wichtige Texte fett darzustellen. Wäre auch schlimm…

„Markup ist ‚semantisch‘, wenn die Tags entsprechend ihrer Bedeutung gewählt werden. Es ist zum Beispiel semantisch korrekt, einer Überschrift das Tag h1 zuzuweisen, weil es sich um die wichtigste Überschrift auf der Seite handelt – einer Überschrift h1 zuzuweisen, ‚um sie groß wirken zu lassen‘, dagegen nicht.“[11]

Also halten wir fest, dass wir der Maschine sagen müssen, welche Wörter oder Textpassagen wir hervorheben wollen und mit Semantik versehen möchten.

Doch was bringt es der Maschine, wenn sie weiß was für uns wichtig ist und was nicht? Eine berechtigte Frage. Man könnte sagen, dass nur Menschen Texte von anderen Menschen lesen und somit die Maschine keine Rolle spielt. Wenn man so argumentiert, muss aber gegeben sein, dass alle Menschen auch immer das gleiche sehen, was ein anderer geschrieben hat. Leider sind aber Programme und Maschinen unterschiedlich. Das fängt schon bei den Betriebssystemen an. Hier haben wir Microsoft Windows, Apple Macintosh oder auch Linux, die alle noch in verschiedenen Versionen vorliegen. Auf ihnen laufen unterschiedliche Programme, von denen es ebenfalls verschiedene Entwicklungsversionen gibt.

Ein gutes Beispiel ist hier das World Wide Web. Es gibt unglaubliche viele Browser-Programme die den Zugang zum Web ermöglichen; und alle interpretieren eine Website anders und zeigen sie unterschiedlich an. Nur der Code, der den Text semantisch strukturiert, bleibt immer gleich.

CSS wurde bereits Anfang-Mitte der Neunziger entwickelt, wird aber bis heute noch nicht von jedem Browser korrekt interpretiert[12]. Alte Browser unterstützen sogar gar kein CSS, wie z.B. bei Internet-Handys der ersten Generation. Hier wird eine Website noch als reiner Text dargestellt. Wie soll ein Mensch hier erkennen, welches Wort oder welcher Satz besonders wichtig ist, wenn er mit CSS gestylt wurde?

Webstandards

Web Standards Project

Um diese Inkompatibilität zwischen den Browsern zu beheben, wurde 1998 das Web Standards Project (WaSP) gegründet. Es ist ein Zusammenschluss aus Webdesignern und Programmierern, “… die sich für die Durchsetzung von Spezifikationen (Standards) einsetzten, um die Kosten und die Komplexität der Site-Erstellung zu reduzieren und einfachen, erschwinglichen Zugang für alle Nutzer zu gewährleisten. Die Gruppe half dabei, die Browser-Kriege zu beenden, indem sie Netscape, Microsoft und andere dazu überredete, diese Standards umfassend und korrekt zu implementieren.”[13]

World Wide Web Consortium

Um auch für den Programmiercode von Websites sog. Webstandards festzulegen wurde bereits 1994 das World Wide Web Consortium (W3C) gegründet, welches sich mit der Weiterentwicklung von Programmiersprachen und deren Standardspezifikationen beschäftigt.

Die vom W3C vergebenen Spezifikationen, früher „Recommendations“ genannt, da es sich noch um Empfehlungen für syntaktisch- und semantisch-korrektes Coding handelte, bilden heute die Webstandards, welche eine Informationsbasis und ein Regelwerk für jeden Webdesigner und -programmierer, sowie viele Softwareunternehmen darstellt. Auch das WaSP baut auf diese Spezifikationen auf.[14]

Barrierefreiheit

Screenreader

Ein weiterer Punkt, den eine solche Standardisierung ermöglicht, ist die Barrierefreiheit. Sie gewährt, dass jeder Mensch, also auch körperlich-benachteiligte, das Internet benutzen können muss. Das ist vor allem im Bezug auf Blindheit ein wichtiger Faktor. Blinde Anwender können sog. Screenreader benutzen, um digitalen Text zu lesen bzw. vorgelesen zu bekommen. Ein Screenreader liest das, was er auf dem Bildschirm an Textinhalten findet, vor. Dabei liest er natürlich keine Gestaltungselemente vor, die mit CSS geschrieben wurden, sondern bezieht sich auf den reinen Text, der im HTML-Markup geschrieben steht.

Für Screenreader oder vor allem für deren Zuhörer ist es entscheidend, ob das Markup semantisch korrekt geschrieben wurde, denn findet der Reader eine Textstelle, die als Überschrift, Fett oder Kursiv gekennzeichnet ist, wird er diese auch mit der entsprechenden Betonung aussprechen, so dass deren Bedeutung klar wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die korrekte Anordnung und Reihenfolge von Textblöcken auf einer Website. Wird durch einen CSS-Stil der Text zwar im Präsentationslayout in verständlicher Lesefolge angeordnet, im Markup sind aber bspw. Kapitel 1 und 2 in der Reihenfolge vertauscht, kann der Zuhörer den vorgelesenen Text nur schwer im Kopf richtig zusammensetzen.

Abgesehen von diesen Gründen ist die Barrierefreiheit unter dem Aspekt der Diskriminierung von Menschen mit Behinderung in ziemlich jedem Land gesetzlich verankert, so dass man bei Missachtung hohe Geldstrafen zahlen kann. Das betrifft vor allem Websites, welche eine hohe Besucherrate haben und staatlich initiiert oder gefördert sind.[15]

Viele sagen jetzt, dass man diese kleine und eher irrelevante Zielgruppe vernachlässigen kann, hat einen entscheidenden Nutzer vergessen: den blinden Milliardär.

Der Blinde Milliardär

Google ist der größte „blinde“ Anwender überhaupt. Wenn es heutzutage einen für jeden Websitebesitzer unverzichtbaren Grund gibt, seiner Website ein semantisches Markup zu verpassen, dann vor allem für die Suchmaschine Google. Denn Googles „Scanbots“, welche Websites nach wichtigen Schlagwörtern und Textinhalten durchsuchen, verwenden wie Screenreader nur die Textinhalte im Markup Priorität auf Überschriften, fettem und kursivem Text. Ist also ein Text semantisch korrekt aufgebaut, werden die entscheidenden Textstellen von der Suchmaschine gelesen und bilden die Grundlage für möglichst viele und verwertbare Suchergebnisse.[16]

Suchen und Finden

Informationsgenerierung

Seit der Erfindung des World Wide Webs steigt die digitale Informations- und Datenmenge stetig an. Was noch gemächlich mit den ersten Websites begann, bei denen der Besitzer der Website gezielt seine Informationen veröffentlichte, ist mit der Entwicklung des Web 2.0 und den sog. Sozialen Netzwerken rasant in die Höhe geschossen. Jeder Twitter- oder Facebook-Eintrag, jeder Kommentar oder Blogeintrag ist eine potenzielle Information. 2008 waren es 487 Milliarden Gigabyte[17] neue Informationen und Daten, die über die ganze Welt auf Servern verteilt liegen. Wie soll man als Nutzer bei dieser Informationsflut, trotz Suchmaschine, die Information finden, die man sucht? Oder anders gefragt, wie bringe ich der Maschine bei, das zu finden, was ich genau suche?

Wer die Begriffsfolge “Umsatz von Siemens 2005 in Deutschland” in eine Suchmaschine eingibt, erhält alle möglichen Resultate, bloß keine richtige Antwort auf seine ziemlich präzise gestellte Anfrage. Ob Altavista, Yahoo oder Google – keine der heutigen Suchmaschinen ist in der Lage, eine solche Suchanfrage zu “verstehen”. Suchroboter reagieren auf versteckte Schlagwörter auf Webseiten, sogenannte Metadaten. Wenn sie die nicht finden oder nicht richtig einordnen und kombinieren können, kommt es zu “irrelevanten Ergebnissen” oder zu einem “zu umfangreichen Ergebnisraum”. Darüber klagen unzufriedene Suchmaschinenbenutzer laut dem Marktforschungsunternehmen Jupiter Research am häufigsten.“[18]

Homonyme – Ein Paradebeispiel

Ein weiteres Paradebeispiel, um eine Suchmaschine zu verwirren sind Homonyme. Homonyme sind Wörter, die zwei Bedeutungen haben – wie zum Beispiel die Wörter „Erde“ oder „Bank“. Wenn ich in eine Suchmaschine „Bank Sitzen Frankfurt“ eingebe, kann die Maschine nicht entscheiden, ob ich nun ein Geldinstitut in Frankfurt suche oder eine Sitzgelegenheit.

So bietet mir die Bildersuche sowohl Bilder von Geldbanken, Fußball-Ersatzbanken, eine Reihe von Gesichter und Sitzgelegenheiten im Park an. Dabei sollte das Wort „Sitzen“ eigentlich deutlich sagen, dass ich nach der Bank als Sitzgelegenheit suche und von Fußball war bei meiner Suchanfrage keine Rede.

„So kann ein menschlicher Nutzer die Bedeutung […] [von] Informationen in Beziehung setzen, während eine Maschine dies in aller Regel nicht zu leisten im Stande ist.“. [19] Die Maschine kann hier den Kontext, auf den wir als Mensch zurückgreifen können, nicht verwenden. Für den Mensch hat ein Homonym in Verbindung mit einem Kontextwort wie „Sitzen“ oder „Geld“ eine ganz klare Bedeutung. Hören wir das Wort „Bank“, haben wir die Begriffe „Sitzbank“ und „Geldbank“ als mögliche Bedeutung zur Verfügung. Kommt ein Kontextwort wie „Sitzen“ dazu, wissen wir, dass es sich um eine „Sitzbank“ handelt. Die Anfrage wird immer spezifischer, je mehr Worte dazukommen. Alle diese zusammenhängenden Kontexte ergeben schließlich eine Ontologie.

Ontologien

„Unter einer Ontologie versteht man in der Informatik im Bereich Künstliche Intelligenz ein formal definiertes System von Dingen und/oder Konzepten und Relationen zwischen diesen Dingen.“[20]

Ein Beispiel für eine Ontologie ist die folgendes, über Kontexte verknüpftes Abbild:

Abbildung 3: Ontologie im Semantic Web

Hier ist die Ontologie „Bank als Sitzgelegenheit“. Als Sitzgelegenheit ist ebenfalls das Wort Stuhl verfügbar. Als Ort, wo sich eine Bank als Sitzgelegenheit befinden kann, führen wir Park an, welcher sich wiederrum auf andere Dinge im Park bezieht, wie zum Beispiel „Bäume“ oder „Gras“.

Man kann dieser Ontologie eine zweite Ontologie, wie zum Beispiel „Bank als Finanzinstitut“ hinzufügen. Dieses Netzwerk kann man dann immer und immer weiter spinnen, bis es schließlich ein unendliches Netzwerk an verknüpften Begriffen ergibt: Das Semantic Web.[21]

Semantic Web

„Ziel des Semantic Web ist es, neuartige Anwendungen und Dienste zu ermöglichen, indem Daten von Maschinen bzw. Software interpretiert und für vorher nicht notwendigerweise vorgesehene Zwecke wieder- und weiterverwendet werden. Um dies zu ermöglichen, werden Daten mit einer Struktur (Syntax) und Bedeutung (Semantik) versehen. In diesem Zusammenhang spricht man davon, Daten maschinenlesbar und -interpretierbar bereitzustellen.“[22]

Das Semantic Web, auch als Web 3.0 tituliert, beschreibt ein Verfahren, welches das bestehende World Wide Web um die Ebene der Bedeutung erweitert. Es handelt sich um einen auf XML basierenden Code namens Resource Description Framework (RDF) oder auch Web Ontology Language (OWL), der beispielsweise als Metadaten einem Bild angehängt wird.  In ihm befinden sich Angaben zur Ontologie des Begriffs, sprich Hinweise auf mögliche Beziehungen zu anderen Überbegriffen, sowie Zeit-, Orts- und Autorangaben – und vieles mehr. Die Suchmaschine kann somit das Objekt einordnen und damit verbundene Themen finden und vorschlagen. Entwickelt wird das Semantic Web auf Basis einer Vision des Erfinders des World Wide Webs Tim Berners-Lee vom W3C.[23]

Sucht man z.B. nach einer bestimmten Stadt, so bietet die Suchmaschine Bilder, geschichtliche Hintergründe, Tourismusinformationen und Wetterdaten der Stadt an. Oder würde man das vorherige Beispiel „Bank Sitzen Frankfurt“ eingeben, so würde die Suchmaschine durch die Ontologie aus „Sitzen“ und „Bank“ nur eine „Sitzgelegenheit“ in Frankfurt finden und keine Bankinstitute mehr anzeigen. Beide Beispiele sind allerdings nur hypothetisch, da das Semantic Web noch in der Testphase, das heißt noch nicht eingeführt ist. Es müssen noch klare Strukturen für das Format dieses Bedeutungscodes spezifiziert werden, um eine standardisierte und immer gleich effiziente Suche zu ermöglichen. Testen kann man das Semantic Web bereits mit dem Mozilla Firefox Addon „Operator“.[24]

Fazit

“In general, I hope that we as humanity can learn to use this information space to understand each other, that we can form ourselves into groups in lots of interesting ways so that between us that sort of just tangled web of human groups spans the world and makes that so that it’s not…you aren’t too many clicks across the social Web from any one person to any other one person, so that start really pulling together in the world and solving the huge challenges which we’ve got without being distracted by fighting each other.” [25], so Tim Berners-Lee über die Hoffnungen und Ziele, welche mit dem World Wide Web verbunden sind. Denn was bei allen technischen Errungenschaften immer wichtig ist, ist deren soziale Rolle. Das World Wide Web, welches durch das Bedeutungsgeflecht des Semantic Webs zu einem globalen Netz wird, welches nicht mehr nur durch uns, sondern vor allem auch mit uns interagieren und kommunizieren kann, leistet einen wichtigen Beitrag für die Verbindung von Kultur, Sprache und allen Individuen auf der ganzen Welt. Eine Maschine, die nicht nur versteht, was man ihr sagt, sondern auch weiß, wie es gemeint ist, bildet die Grundlage für eine einfachere Völkerverständigung, ärmer an Missverständnissen und Sprachbarrieren.

Abschließend bleibt nur noch zu hoffen, dass sich das Semantic Web in naher Zukunft als fester Standard durchsetzt und unser Internet-Erlebnis um ein bisschen Lebensqualität bereichern kann.

Literaturverzeichnis

Hitzler, Pascal / Krötzsch, Markus / Rudolph, Sebastian / Sure, York: Semantic Web. Deutschland 12008.

Dürscheid, Christa: Syntax. Grundlagen und Theorien. Göttingen 42007.

Zeldman, Jeffrey: Webdesign mit Webstandards. München ²2007.

Morris, Charles W.: Grundlagen der Zeichentheorie. Ästhetik der Zeichentheorie. Frankfurt a.M. Fischer 1988.


[1] Hitzler, Pascal / Krötzsch, Markus / Rudolph, Sebastian / Sure, York: Semantic Web. Deutschland 12008, S. 11.

[2] Hitzler, Pascal / Krötzsch, Markus / Rudolph, Sebastian / Sure, York: Semantic Web. Deutschland 12008, S. 11.

[3] Dürscheid, Christa: Syntax. Grundlagen und Theorien. Göttingen 42007, S. 13f.

[4] Hitzler, Pascal / Krötzsch, Markus / Rudolph, Sebastian / Sure, York: Semantic Web. Deutschland 12008, S. 11.

[5] Morris, Charles W.: Grundlagen der Zeichentheorie. Ästhetik der Zeichentheorie. Frankfurt a.M. Fischer 1988, S. 23 f.

[6] Zeldman, Jeffrey: Webdesign mit Webstandards. München ²2007, S. 185.

[7] Zeldman, Jeffrey: Webdesign mit Webstandards. München ²2007, S. 185f.

[8] Zeldman, Jeffrey: Webdesign mit Webstandards. München ²2007, S. 188.

[9] Zeldman, Jeffrey: Webdesign mit Webstandards. München ²2007, S. 189.

[10] Zeldman, Jeffrey: Webdesign mit Webstandards. München ²2007, S. 239ff.

[11] Zeldman, Jeffrey: Webdesign mit Webstandards. München ²2007, S. 62.

[12] Zeldman, Jeffrey: Webdesign mit Webstandards. München ²2007, S. 84f.

[13] Zeldman, Jeffrey: Webdesign mit Webstandards. München ²2007, S. 20.

[14] Zeldman, Jeffrey: Webdesign mit Webstandards. München ²2007, S. 15.

[15] Zeldman, Jeffrey: Webdesign mit Webstandards. München ²2007, S. 367f.

[16] Zeldman, Jeffrey: Webdesign mit Webstandards. München ²2007, S. 364.

[17] Sterba, Berenika: Trotz Wirtschaftskrise: Explosionsartiges Wachstum des Digitalen Universums setzt sich fort. 20.05.2009. http://magazin.unternehmerweb.at/index.php/2009/05/20/trotz-wirtschaftskrise-explosionsartiges-wachstum-des-digitalen-universums-setzt-sich-fort/. 20.07.2010.

[18] Merschmann, Helmut: Das Internet soll klüger warden. 01.07.2008. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,561831,00.html 20.07.2010.

[19] Hitzler, Pascal / Krötzsch, Markus / Rudolph, Sebastian / Sure, York: Semantic Web. Deutschland 12008, S. 10.

[20] Uni-protokolle.de: Ontologie (Informatik). http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Ontologie_(Informatik).html. 21.07.2010.

[21] Pfaff, Gabriel: Semantic Web. Eine Einführung. 06.05.2009. http://www.youtube.com/watch?v=UEXhFkOm5Ag 20.07.2010.

[22] Hitzler, Pascal / Krötzsch, Markus / Rudolph, Sebastian / Sure, York: Semantic Web. Deutschland 12008, S. 1.

[23] Berners-Lee, Tim: Tim Berners-Lee on the next Web. März 2009. http://www.ted.com/talks/tim_berners_lee_on_the_next_web.html. 21.07.2010.

[24] Kaply, Micheal: Operator. http://kaply.com/weblog/operator/. 22.07.2010.

[25] Berners-Lee, Tim: Interview IBM DeveloperWorks mit Tim Berners-Lee. 28.07.2006. http://www.ibm.com/developerworks/podcast/dwi/cm-int082206.txt. 22.07.2010.

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