Über User Experience und User Entertainment
Auf der Suche nach Ansätzen den Nutzer stärker in die Interaktion mit dem Web zu bringen, trifft man immer wieder auf den Begriff User Experience – kurz UX. UX beschreibt eine dreigliedrige Mischung aus Usability (Benutzerfreundlichkeit), Look (attraktives Erscheinungsbild) und Feel (Spaß). Während Usability verschiedenen technischen Regeln folgt und auch der Look zwar immer etwas subjektiv, aber doch als solcher positiv oder negativ, modern oder überholt bewertet werden kann. Mit der Feel ist es so eine Sache. Feel bedeutet, dass der Nutzer mit der Plattform in Kontakt treten muss. Er muss interagieren und er muss auch interagieren wollen. Viele Websites erreichen diesen Faktor durch UGC (User Generated Content), wie Umfragen, Kommentare oder einfach einem Gefällt-Mir-Button. Doch kann man dieses Verhalten auch unter dem Begriff “Spaß” verstehen? Ist Spaß nicht mehr als nur die Freude über etwas, wie z. B. ein Kommentar unter dem letzten Facebookeintrag? Spaß erfordert eine Interaktion oder auch Interaktivität, was bedeutet, dass nicht nur der Nutzer mit der Plattform agiert, nicht nur Nutzer mit Nutzer über die Plattform agieren, sondern auch die Plattform mit ihren Nutzern interagiert. Den Interaktion bedeutet immer, dass alle Parteien ein Feedback bekommen und sich weiterentwickeln können in ihrer Kommunikation bzw. Interaktion. Nur sehr sehr wenige Plattformen stellen heute so eine Interaktion her. Wo man diese Interaktion öfter findet, ist bei Facebook-Fanpages oder Unternehmensseiten bei Twitter. Hier findet ein Dialog statt, es finden Aktionen statt und Events, die dem Nutzer ein direktes Feedback geben und vor allem Spaß bringen. Denn ohne Spaß würde der ausschlaggebende Reiz fehlen, diese Seiten überhaupt zu besuchen oder zu nutzen. Und wenn hier eine solche Partizipation für den Nutzer zu einem erfolgreichen Marketinginstrument für den Betreiber wird, warum sollten nicht unabhängige Plattformen dieses Mittel ebenfalls nutzen. Stellt euch vor, Facebook könnte plötzlich Spaß machen – und zwar durch sich selbst – und nicht durch einen Nutzer der gerade ein lustiges Youtube-Video gepostet hat. Stellt euch vor, das Benutzen von Facebook würde Spaß machen. Ich nenne das: User Entertainment.
Danke, Guter Artikel ! Jede “unabhängige” Website scheint sein eigenes (kleines) semi-dezentrales Facebook zu brauchen. *Denn@Line#11